Mitarbeiter motivieren

Unsere Mitarbeiter engagieren sich nicht mehr – woran liegt das wirklich?

Viele Geschäftsführer suchen nach Möglichkeiten, ihre Mitarbeiter zu motivieren. In meinen Projekten stelle ich jedoch immer wieder fest:

Nicht fehlende Motivation ist das eigentliche Problem.

Häufig haben Mitarbeiter irgendwann aufgehört, ihrer Führung zu vertrauen.

Die Ausgangssituation

Ein mittelständisches Industrieunternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitenden stand vor einer Entwicklung, die viele Geschäftsführer zunächst gar nicht bemerken:

Die Führungskräfte waren zuverlässig. Sie erschienen pünktlich zur Arbeit. Sie erledigten ihre Aufgaben. Und dennoch hatte die Geschäftsführung zunehmend das Gefühl, dass etwas fehlte. Die Eigeninitiative nahm ab. Ideen blieben aus. Verantwortung wurde immer häufiger nach oben delegiert. Viele Mitarbeitende machten nur noch das, was unbedingt erforderlich war.

Die Frage lautete:

Warum engagieren sich unsere Mitarbeiter und Führungskräfte nicht mehr so, wie früher?

Die naheliegende Vermutung

Oft wird in dieser Situation zunächst nach neuen Anreizsystemen gesucht: Mehr Benefits, Prämien, Veranstaltungen oder gar ein Motivationsseminar.

Aus meiner Erfahrung liegt die eigentliche Ursache jedoch meistens an einer ganz anderen Stelle.

Der Auftrag

Die Geschäftsführung entschied sich für einen langfristigen Entwicklungsprozess mit mir. Rund 30 direkt berichtende Führungskräfte entwickelten gemeinsam mit der Geschäftsführung über mehrere Jahre ihre Führungsarbeit weiter. Es ging nicht um einzelne Seminare. Es ging um Leadership, Führungskommunikation, Verantwortung, Mitarbeitergespräche und die Entwicklung einer gemeinsamen Führungskultur.

Eine Aussage, die ich nicht vergessen werde

Einige Jahre später führte ich mit einer Führungskraft ein Einzelcoaching. Sie schilderte genau die Probleme, die wir bereits Jahre zuvor gemeinsam in den Seminaren bearbeitet hatten. Ich holte die damaligen Unterlagen hervor.

Die Antwort der Führungskraft hat mich bis heute begleitet.

„Damals habe ich weder dem Geschäftsführer geglaubt, dass er die Führung wirklich verändern möchte, noch habe ich geglaubt, dass Sie uns als Coach und Trainer lange genug erhalten bleiben würden. Deshalb habe ich zwar an den Seminaren teilgenommen, aber innerlich nicht damit gerechnet, dass daraus dauerhaft etwas entsteht.“

Dieser Satz erklärt mehr über Motivation als viele Fachbücher.

Mitarbeiter lassen sich nicht dauerhaft motivieren

Mitarbeiter brauchen keine ständige Motivierung. Sie brauchen Vertrauen. Vertrauen darin, dass Zusagen eingehalten werden, dass Führung fair handelt, dass Leistung gesehen wird, dass Kritik offen ausgesprochen werden darf, dass Veränderungen nicht nur angekündigt, sondern auch dauerhaft gelebt werden. Ist dieses Vertrauen verloren gegangen, entsteht häufig genau das Verhalten, das ein aufmerksamer Geschäftsführer beobachtet hat.

Die Mitarbeitenden machen „nur“ ihre Arbeit. Aber sie bringen sich nicht mehr ein.

Vertrauen entsteht nicht durch Seminare

Ein Seminar kann Führungskräften hervorragende Werkzeuge vermitteln. Es kann Mitarbeitergespräche verbessern. Es kann Klarheit schaffen. Es kann Führung professioneller machen.

Was ein Seminar nicht kann: Vertrauen in die Führung des eigenen Unternehmens innerhalb weniger Tage wiederherstellen. Vertrauen entsteht erst dann, wenn Mitarbeitende über Monate und Jahre erleben, dass Führung glaubwürdig ist.

Die wichtigste Erkenntnis

Deshalb sollte ein Geschäftsführer die Veränderung seiner Führungskultur niemals vollständig an einen externen Coach delegieren. Ein Coach soll begleiten. Er wird  Führungskräfte entwickeln, die es wirklich wollen. Er soll unbequeme Fragen stellen. Er kann in seiner Funktion als Trainer ein professionelles Führungsverhalten trainieren. Aber die eigentliche Veränderung beginnt jeden Morgen bei den Führungskräften im Unternehmen selbst.

Sie zeigt sich in Entscheidungen. In Konsequenz. In Verlässlichkeit. Und darin, ob Führung tatsächlich wichtiger ist als das nächste Tagesgeschäft.

Das Ergebnis

Der Veränderungsprozess war erfolgreich. Nicht spektakulär. Nicht über Nacht. Aber nachhaltig. Die Zusammenarbeit verbesserte sich. Die Kommunikation wurde offener. Viele Führungskräfte entwickelten sich sichtbar weiter. Vor allem aber entstand Schritt für Schritt wieder Vertrauen.

Und genau dieses Vertrauen führte dazu, dass sich Mitarbeitende wieder stärker einbrachten und mehr Verantwortung übernahmen.

Mein Fazit

Wenn sich Führungskräfte nicht mehr engagieren, liegt das Problem häufig anders, als vermutet.. Oft haben sie irgendwann aufgehört zu glauben, dass sich Führung wirklich verändert. Genau deshalb beginnt nachhaltige Motivation nicht mit neuen Anreizsystemen.

Sie beginnt mit glaubwürdiger Führung. Und die entsteht nicht durch Worte. Sondern durch konsequentes Handeln – jeden einzelnen Tag.


Stehen Sie vor einer ähnlichen Herausforderung?

Wenn Sie den Eindruck haben, dass sich Ihre Mitarbeiter nicht mehr engagieren, Eigeninitiative verloren geht oder Ihre Führungskräfte Schwierigkeiten haben, Vertrauen aufzubauen, sprechen Sie mich gerne an.

Gemeinsam analysieren wir die Ursachen und entwickeln einen Weg, wie Führung in Ihrem Unternehmen wieder glaubwürdig, wirksam und nachhaltig gelebt werden kann.

Meine wichtigste Erkenntnis aus diesem Projekt

Nach über dreißig Jahren begleite ich Unternehmen noch immer mit großer Begeisterung. Dieses Projekt hat mir jedoch gezeigt, wie schwer es ist, verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen.

Kompetenz kann man in wenigen Tagen vermitteln. Vertrauen entsteht – erneut – manchmal erst nach Monaten oder Jahren.

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