Betriebsklima verbessern – so geht’s!

Betriebsklima verbessern – ein entscheidender Erfolgsfaktor für Unternehmen

Ein gutes Betriebsklima ist kein „Nice-to-have“, sondern ein klarer wirtschaftlicher Wettbewerbsfaktor. Unternehmenskultur, Kommunikationsqualität und gelebte Werte wirken sich unmittelbar auf Produktivität, Motivation und Ergebnisqualität aus.

Eine Studie von KPMG zeigt:
Führungskräfte verbringen durchschnittlich bis zu 25 % ihrer Arbeitszeit mit dem Austragen von Konflikten und internen Reibungsverlusten, Mitarbeitende immerhin noch rund 15 %. Diese Zeit fehlt für Wertschöpfung, Innovation und Kundenorientierung.

Wer das Betriebsklima verbessern will, investiert daher nicht in Wohlfühlprogramme, sondern in messbare wirtschaftliche Effekte: geringere Konfliktkosten, höhere Leistungsfähigkeit und stabilere Ergebnisse.


„Der Fisch stinkt vom Kopf“ – oder doch nicht?

Das bekannte Sprichwort wird gern bemüht, wenn das Betriebsklima schlecht ist. Schnell sind „die da oben“ verantwortlich. Ein anderes Bild lautet:
„Beim Eiffelturm sitzen die größten Nieten unten.“

Beide Aussagen greifen zu kurz. Für die nachhaltige Verbesserung des Betriebsklimas ist die Schuldfrage irrelevant. Entscheidend ist eine andere Perspektive:

Was kann jeder Einzelne konkret beitragen, um das Betriebsklima zu verbessern?

Natürlich haben Führungskräfte eine Vorbildfunktion. Doch dieser Beitrag fokussiert bewusst auf einen oft unterschätzten Hebel: Das individuelle Verhalten jedes Mitarbeitenden – unabhängig von Hierarchie oder Rolle.


Betriebsklima verbessern in Zeiten flacher Hierarchien

Zukunftsforscher sind sich einig:
Organisationen entwickeln sich zunehmend in Richtung Selbstorganisation, flachere Hierarchien und dezentrale Verantwortung. Der Rang verliert an Bedeutung, Kompetenz und Verhalten gewinnen an Gewicht.

Damit wird klar:
Ein gutes Betriebsklima ist keine Führungsaufgabe allein, sondern eine kollektive Verantwortung. Jeder Einzelne beeinflusst durch Kommunikation, Haltung und Verhalten das Arbeitsumfeld – positiv oder negativ.


„Es mobben immer die anderen“ – ein verbreiteter Denkfehler

In über 25 Jahren als Trainer und Coach habe ich eines nicht erlebt:
Menschen, die bewusst sagen: „Ich mobbe jetzt.“

Das heißt nicht, dass Mobbing nicht existiert. Was ich jedoch regelmäßig beobachte, sind:

  • massive Missverständnisse

  • gestörte Kommunikation

  • mangelndes Einfühlungsvermögen

  • fehlende Klarheit und Authentizität

  • persönliche Unsicherheiten und Interpretationen

Ein Zitat bringt es auf den Punkt:

„Wir wissen nicht, was andere Menschen denken oder fühlen.
Wir interpretieren ihr Verhalten – und fühlen uns dann gekränkt oder angegriffen.“

Für HR-Verantwortliche und Führungskräfte ist diese Erkenntnis zentral, wenn sie das Betriebsklima verbessern wollen.


Der Schlüssel liegt im eigenen Verhalten

Die These ist unbequem – aber wirksam:
Ein schlechtes Betriebsklima entsteht häufig nicht durch böse Absichten, sondern durch Interpretationen, Annahmen und emotionale Reaktionen.

Wer erkennt, dass viele vermeintliche Angriffe zunächst im eigenen Kopf entstehen, gewinnt Handlungsfreiheit. Nicht die Bewertung durch andere entscheidet, sondern der eigene Umgang damit.

Die Frage „Wer hat Schuld?“ führt selten zu Lösungen. Führung und Unternehmenskultur brauchen stattdessen Verantwortungsübernahme und Reife.


Opferhaltung – ein stiller Klimakiller

Menschen, die sich – bewusst oder unbewusst – in einer Opferrolle bewegen, senden klare Signale aus. Opferkommunikation äußert sich u. a. durch:

  • Rechtfertigungen

  • unterschwellige Vorwürfe

  • negative Erwartungshaltungen

  • übermäßige Empfindlichkeit

  • passive Aggression

  • Sammeln von „Rabattmarken“ (negative Erlebnisse)

Wer das Betriebsklima verbessern möchte, muss bereit sein, die eigene Rolle zu reflektieren. Veränderung beginnt nicht beim anderen, sondern bei sich selbst.


Betriebsklima verbessern – 9 wirksame Hebel aus der Praxis

Diese neun Prinzipien helfen Organisationen messbar weiter:

  1. Nicht angreifen – und sich nicht angegriffen fühlen.
    Der Klügere gewinnt, indem er keinen Krieg führt.

  2. Verzichten Sie auf die Schuldfrage.
    Sie bindet Energie, ohne Lösungen zu liefern.

  3. Verlassen Sie die Opferrolle.
    Erwarten Sie nicht, dass andere Sie „verstehen“.

  4. Reduzieren Sie Kritik – erhöhen Sie Wertschätzung.
    Fragen Sie sich: Wofür kann ich mein Gegenüber ehrlich anerkennen?

  5. Hören Sie zu – ohne zu retten.
    Interesse zeigen ja, Retterrolle nein.

  6. Reden Sie mit Menschen, nicht über sie.
    Feedback direkt, sachlich und in der Ich-Form geben.

  7. Teilen Sie Informationen offen und klar.
    Informationslücken erzeugen Misstrauen.

  8. Trennen Sie Sache und Person.
    Respekt ist nicht verhandelbar.

  9. Geben Sie Vertrauen – und leben Sie Berechenbarkeit.
    Vertrauen entsteht durch Klarheit, nicht durch Kontrolle.


Betriebsklima verbessern – mit professioneller Begleitung

Manche Themen lassen sich intern lösen. Andere benötigen externe Perspektive, Struktur und Klarheit.

Volker Skibbe begleitet seit über 25 Jahren Unternehmen, Führungskräfte und HR-Bereiche dabei,

  • Kommunikation zu klären

  • Konflikte nachhaltig zu lösen

  • und das Betriebsklima messbar zu verbessern.

Der Autor Volker Skibbe ist Kommunikationstrainer und Personal-Coach. Sie erreichen ihn per Mail unter: coach@field-coach.de .

Wenn Sie an weiteren Themen aus dem Bereich Mitarbeiterführung interessiert sind, lesen Sie gern auch in unserer Rubrik „Ansichtssachen“ die Gallup Studie Führung.

Cookie Consent Banner von Real Cookie Banner