Frau verhandelt Gehalt

Wie verhandelt Frau ihr Gehalt?

Frauen in den gleichen (Führungs-) Positionen wie Männer verdienen durchschnittlich weniger. Das ist leider eine allbekannte Tatsache. Nehmen wir einmal an, es seien nicht nur die „bösen männlichen Vorgesetzten“ daran Schuld, die Frauenarbeit weniger wert schätzten. Was läuft bei Frauen dann anders?

Nun, einige Tatsachen liegen auf der Hand: Durch z.B. Elternzeit oder Teilzeitarbeit, die vorrangig von Frauen in Anspruch genommen wird, sind Frauen zeitlich weniger präsent im Unternehmen und werden dementsprechend auch anders bezahlt. Dieser Effekt verstärkt sich noch mit den Jahren: Mit zunehmendem Lebensalter und Betriebszugehörigkeit wird der Konkurrenzdruck der nachrückenden „jungen Generation“ größer. Im Gegensatz zu vielen Männern, die dann bereit sind, als „Alpha-Tiere“ den Kampf aufzunehmen oder viel eher als Alpha-Tier anerkannt werden, nehmen sich Frauen lieber etwas zurück und stellen sich nicht dem hierarchischen Alltagskampf im Unternehmen. Das kostet dann Positionen und entsprechendes Gehalt.

Männer wechseln – Studien zufolge – darüber hinaus eher und öfter den Arbeitgeber. Sie sind auch für einen Ortswechsel eher bereit und „kündigen“ sich damit das Gehalt in die Höhe.

Claudia Kimich spricht u.a. in ihrem Buch „Um Geld verhandeln“ typisch weibliche Karrierekiller an.

  • Der Wohlfühl-Faktor lässt Frauen, die sich in ihrer Firma sehr wohlfühlen, eher nicht wechseln – schon gar nicht wegen Geld.
  • In der Ich-Analyse gelten Frauen eher als zurückhaltend, und sie mögen es nicht besonders, über ihre eigenen Vorzüge zu sprechen. Damit verkaufen sie sich selbst häufig unter Wert.
  • Entsprechend ist die Selbsteinschätzung einer Frau anders, als die eines Mannes. Männer würden sich z.B. schon auf eine Stelle bewerben, wenn diese zu 10% ihrem Können entspräche. Frauen würden erst bei 90% aktiv.

Um geschickter das eigene Gehalt zu verhandeln, spricht die Autorin 5 konkrete Tipps an:

  1. Frauen warten gern ab und hoffen, dass der Chef sie schon irgendwann auf eine Gehaltserhöhung ansprechen wird. Doch das passiert oft nicht. Insofern sollten die Frauen die initiative ergreifen und den ersten Schritt tun.
  2. Um sich gut auf diese wichtigen Verhandlungen vorzubereiten, sollten Gespräche vorab geübt werden. Bestimmt gibt es einen guten Freund oder Partner, der „mitspielt“ und ein Feedback und Verhandlungstipps geben kann.
  3. Bewerben Sie sich um einen Posten in einem anderen Unternehmen – auch, wenn Sie den Job gar nicht haben wollen. Jedes Gespräch übt. Und vielleicht hat Sie Ihre Führungskraft ja sogar schon einmal zu diesem ungewöhnlichen Schritt aufgefordert? Wer einmal im Jahr ein Bewerbungsgespräch in einer anderen Firma führt, übt nicht nur sein Verhandlungsgeschick. Er erfährt mehr über sein Umfeld, seinen Marktwert und stellt sogar gern und oft fest, wir gut ihm es letztlich doch in seinem „alten“ Job gefällt.
  4. Wenn es um Gehaltsverhandlungen geht – und nicht nur dann – sollten sie immer ein konkretes Ziel vor Augen haben. Nur dann können Sie es auch erreichen. Nennen Sie Ihren Preis als konkrete Zahl.
  5. Wenn Ihr Gegenüber beginnt, Ihnen Ihre Defizite aufzuzählen, rechtfertigen Sie sich nicht und streiten Sie nichts ab. Hier braucht es etwas Schlagfertigkeit, um Ihre möglichen Schwächen in Stärken zu verwandeln. Wer z.B. Kinder hat, wird nicht geschwächt durch „Krankheit und Teilzeit“ – wer Kinder hat, kann gut organisieren und ist belastbar. Als Teilzeit-Mitarbeiterin arbeiten Sie z.B. hocheffektiv, da Sie nur eine begrenzte Zeit in der Firma sind und damit gar keine Zeit für Geschwätz unter Kollegen haben.