Archiv der Kategorie: Ansichts-Sachen

Meinungen zu aktuellen Themen rund um die persönliche Weiterentwicklung.

Gallup Studie Führung

Schlechte Führung kostet Milliarden
Chefs sind sich der Defizite nicht bewusst
Raus aus dem Führungs-Dilemma
Gute Führung ist lernbar

Führungskräfte führen. Zunächst einmal sich selbst. Viele Führungskräfte in Deutschland sind glücklicherweise in hohem Maße selbstbestimmt – auch, wenn sie das nicht immer wahrhaben wollen. Sie können sicherlich nicht tun und lassen, was sie wollen, kommen und gehen, wann sie wollen – aber sie können meistens Führen, wie sie wollen. Die Hauptsache ist, dass die Zahlen stimmen.

In der aktuellen Gallup Studie Führung wird jetzt erneut aufgezeigt, wie wichtig gute Mitarbeiterführung im Unternehmen ist:

Die Gallup Studie Führung rechnet vor: „Schlechte Chefs kosten die deutsche Volkswirtschaft bis zu 105 Milliarden Euro jährlich.“

Nach Gallup-Berechnungen kostet die innere Kündigung der Mitarbeiter aufgrund schlechter Führung die deutsche Volkswirtschaft insgesamt bis zu 105 Milliarden Euro jährlich!

Gallup Studie Führung
Natürlich können Führungskräfte, wenn sie wollen. Bei den Mitarbeitern ist es übrigens ganz genauso: Gute Leistungen sind möglich!

Die Gallup Studie Führung sagt: „Chefs sind sich ihrer Defizite nicht bewusst.“

Und genau hier liegt der Haken. In punkto Führungsqualität klaffen die Wünsche der Mitarbeiter und die Wirklichkeit in deutschen Unternehmen besonders weit auseinander. Insgesamt sagt gerade einmal jeder fünfte Arbeitnehmer (21 %) „die Führung, die ich bei der Arbeit erlebe, motiviert mich, hervorragende Arbeit zu leisten“. Bei den hoch gebundenen sind es 66 Prozent, bei den Arbeitnehmern mit geringer oder ganz ohne Bindung nur 15 bzw. drei Prozent. Fast jeder fünfte Mitarbeiter (18 %) hat in den vergangenen zwölf Monaten wegen seines direkten Vorgesetzten daran gedacht zu kündigen – in der Gruppe der „Inneren Kündiger“ sogar fast jeder Zweite (45 %). Zwei von drei Arbeitnehmern (69 %) hatten im Lauf ihres Arbeitslebens mindestens einmal einen schlechten Vorgesetzten. Doch die Chefs selbst sind sich ihrer Defizite nicht bewusst – 97 Prozent halten sich selbst für eine gute Führungskraft. Dazu passt auch, dass 2016 nur 40 Prozent der Führungskräfte eine Weiterbildung besucht haben, um den Umgang mit ihren Mitarbeitern zu verbessern.

Unser Standpunkt:

  • Viele Chefs geben ihre Defizite nur ungern zu

  • Vielen Chefs fehlt das Bewusstsein für Führungsfehler

  • Viele Chefs werden selbst wiederum schlecht geführt

  • Gute Führung ist grundsätzlich erlernbar

  • Führungsfehler lassen sich recht leicht vermeiden

  • Der Chef ist nicht für die Motivierung der Mitarbeiter zuständig

Die Gallup Studie Führung bemerkt: „Nur 40% der Chefs haben eine Weiterbildung besucht.“

Wir sagen: „Immerhin haben 40 % eine Weiterbildung besucht. Wir halten diese Zahl für hoch und vielleicht auch etwas geschönt, denn welcher Chef gibt schon gern selbst zu, ein schlechter Chef zu sein und dann auch noch keine Weiterbildung zu besuchen?

Aber letztlich ist es egal, wieviel Mitarbeiter schlecht geführt werden und was das das Unternehmen letztlich genau kostet. Es sollte doch darum gehen, wie sich Führungsfehler vermeiden lassen und wie sich das Eigen-Engagement der Mitarbeiter für ihren Arbeitsplatz und für das Unternehmen steigern lässt.

Raus aus dem Führungs-Dilemma

Seit Jahren, eigentlich seit Jahrzehnten, unterstützen wir Führungskräfte kleiner und großer Unternehmen in genau diesem Bereich. Auch hier bietet sich das „Field-Coaching“ idealerweise an, um Chefs punktgenau in ihrer Führungsrolle zu stärken. Aber das eigentliche Dilemma schlechter Führung ist doch: „Jeder weiß es – aber keiner sagt es.“ Und durch’s sagen, also das „an den Pranger stellen der Führungskraft“ wird es nicht besser – sondern eher schlimmer.

Schlechte Führung und keiner merkt’s?

Ein Beispiel: Eine Kassenkraft bei Edeka, Lidl, Media Markt usw. macht einen Fehler. Sie gibt dem Kunden 100,- € zu viel heraus. Was passiert? Die Kassendifferenz wird schnell bemerkt, es findet ein Gespräch mit der Mitarbeiterin statt. Vielleicht gibt es eine zusätzliche Schulung, vielleicht wird der Schaden durch das Manko-Geld ausgeglichen, vielleicht findet sich ein gnädiger Chef, vielleicht gleicht die Kassiererin die Summe aus dem eigenen Portemonnaie selbst aus. Egal – aber es wurde bemerkt und besprochen.

Ein weiteres Beispiel: Der Chef eines großen Einkaufsmarktes geht morgens in seiner Frührunde durch die Abteilungen. Natürlich findet er überall „Fehler“: Die Werbeware ist nicht korrekt ausgezeichnet, der Warenaufbau stimmt nicht, einige Regale sind leer, mit der Sauberkeit hapert es, und er erwischt einen Mitarbeiter beim Zuspätkommen. Jeder Mitarbeiter, den er trifft, bekommt sein „Fett weg“ (deswegen vermeiden ja auch viele Mitarbeiter den Kontakt mit ihrem Chef). Wenn das dazu führt, dass jetzt einige Mitarbeiter – zumindest für die nächsten Stunden – unmotiviert und innerlich gekündigt auf den Kunden zugehen, hat das immer auch Umsatzverluste zur Folge. Nur – ganz im Gegensatz zur Kassiererin – wird dieser Umsatzverlust nicht bemerkt. Der absichtlich durch den Mitarbeiter verhinderte Unternehmensumsatz ist aktuell nicht messbar – ganz im Gegensatz zum bemerkten Fehler der Kassiererin. Insofern wird der Chef den Fehler nicht bei sich suchen, sondern eher noch mehr auf seine Mitarbeiter schimpfen, die zu wenig Umsatz machen.

Diese Negativ-Spirale hört nur schwer auf, sich zu drehen. Eine Änderung kann zumeist nur der Chef bewirken. Und wenn er jahrelang ungeschickt geführt hat und sich dann „plötzlich“ in seinem Wesen positiv verändert, so glauben es ihm viele Mitarbeiter eh nicht. „Der Hai ist doch niemals Vegetarier geworden!“

Was tun? Gute Führung ist lernbar.

Ja – es gibt Lösungswege aus diesem Dilemma. Und natürlich soll der Chef nach wie vor seine Mitarbeiter auf Fehler und Verbesserungen hinweisen dürfen. In unseren Coachings geht es zuerst immer um die eigene Haltung und Einstellung zum Thema Führung, denn eigene Führungsgrundsätze zu finden, ist wichtig. Erst dann sprechen wir über die Führungsaufgaben und Führungswerkzeuge.

Ein wichtiger Schlüssel: Führungswerkzeuge!

Das Thema Führungswerkzeuge ist dabei besonders spannend. Wie ein Handwerker, der seinen Werkzeugkoffer hat und einen Nagel nicht mit seinem Schuh in die Wand schlägt, hat eine Führungskraft Führungswerkzeuge. Sie erleichtern ihr den Umgang mit den Mitarbeitern und sorgen für klare, berechenbare und vor allem respektvolle und wertschätzende Führung.

Sprechen Sie uns an, wenn Sie das Thema interessiert und Sie mehr wissen wollen: info@field-coach.de

Die aktuelle Gallup Studie Führung finden Sie übrigens hier.

Betriebsklima verbessern – so geht’s!

Das Betriebsklima verbessern – warum? Das Klima, die Kommunikationskultur und die Werte eines Unternehmens sind enorm wichtig für seinen wirtschaftlichen Erfolg. Wenn Führungskräfte – sagt eine Studie der KPMG – durchschnittlich bis zu 25% ihrer  Arbeitszeit mit dem Austragen von Scharmützeln und Konflikten verbringen (normale Mitarbeiter bis zu 15%), dann leidet darunter die Produktivität und damit das wirtschaftliche Ergebnis. Das Betriebsklima wirkt sich immer direkt auch auf die Gewinne oder Verluste eines Unternehmens aus.  Es lohnt sich also in jedem Fall, in der eigenen Firma auf ein gutes Betriebsklima wert zu legen bzw. alle notwendigen Dinge tun, die das Betriebsklima verbessern.

Der Fisch stinkt am Kopf…

Sicher kennt jeder dieses Sprichwort, und will die Schuld am schlechten Klima damit schnell den Chefs in die Schuhe schieben. „Aber beim Eiffelturm sitzen doch die größten Nieten unten,“ mag jemand dagegenhalten – um ein weiteres Bild zu bemühen. Es geht uns nicht um die eigentliche Schuldfrage, sondern darum, wie sich das Betriebsklima mit einfachen Mitteln verbessern lässt. Sicher, die Chefs – als gute oder schlechte Vorbilder für die Mitarbeiterschaft – spielen dabei immer eine große Rolle. Aber um die Führungskräfte soll es hier nicht gehen. Die Frage, die oder der wir uns stellen wollen, soll lauten: „Welche Dinge, die das Betriebklima verbessern, kann jeder einzelne Mitarbeiter selbst tun?“

… aber Kollegen sind mächtiger!

Wenn es stimmt, was Zukunftsforscher prophezeihen, werden sich erfolgreiche Unternehmen bald aus sich selbst heraus führen. Die Zeit der Patriarchen und Alleinentscheider ist längst vorbei, und auch Führungsteams lassen sich damit bald infrage stellen. Wenn Hierarchien immer flacher werden und der Kompetenteste und nicht mehr der Ranghöchste entscheidet, ist auch jeder einzelne Mitarbeiter selbst für ein gutes Betriebsklima verantwortlich.

Es mobben immer die anderen …

In meiner knapp 20-jährigen Berufspraxis als Trainer und Coach habe ich noch keinen wirklich „mobbenden“ Mitarbeiter oder Chef erlebt. Es hat keiner meiner Kunden je zu mir gesagt: „Ich mobbe jetzt  …!“ Auch beobachten konnte ich diese „mobbende Verhaltensweise“ zu keiner Zeit. Damit will ich nicht sagen, dass Mobbing am Arbeitsplatz nicht existiert. Vielleicht hatte ich ja auch nur die falschen Kunden? Aber was ich oft erlebt habe, waren große Missverständnisse, Kommunikationsstörungen, Unwissenheit und Ungeschicktheit, mangelndes Einfühlungsvermögen und falsches Verstehen, fehlende Authentizität oder eigene Minderwertigkeitsgefühle. Ich fand ein Zitat von unbekannt, dass diese Situation gut beschreibt:

„Wir wissen nicht, was andere Menschen denken oder fühlen. Wir interpretieren ihr Verhalten und sind dann wegen unserer Gedanken beleidigt, gekränkt oder fühlen uns angegriffen!“

Der Schlüssel liegt im eigenen Verhalten

Wenn ich also die These wage, dass Mobbing oder ein schlechtes Arbeitsklima oft nur im Kopf des Gemobbten stattfindet, so bin ich mir des dünnen Eises bewusst, auf dem ich stehe.  Trotzdem wird diese Sichtweise zur Grundlage des eigenen erfolgreichen Handelns.

Wenn ich also das Bewusstsein voranstelle, dass Menschen, die mich scheinbar angreifen, demütigen, beleidigen, austricksen, usw. dies ja zunächst nur in meinem Kopf tun, bin ich schon einen wesentlichen Schritt weiter. Und noch ein Hinweis: Es nutzt niemandem etwas, über die Schuldfrage zu streiten, wie diese kleine Geschichte zeigt:

Der Meister ging eine Straße entlang. Plötzlich stürzte ein Mann aus einem Hauseingang, so dass die beiden heftig gegeneinander prallten. Der Mann war furchtbar wütend, schrie und schimpfte und beleidigte den Meister. Daraufhin verbeugte sich der Meister mit einem milden Lächeln und sprach: „Ich weiß nicht, wer von uns an dem Zusammenstoß die Schuld trägt. Ich bin aber auch nicht gewillt, meine kostbare Zeit mit der Beantwortung dieser Frage zu vergeuden. Deshalb: Wenn ich die Schuld trage, entschuldige ich mich hiermit und bitte Sie für meine Unachtsamkeit um Verzeihung. Falls Sie der Schuldige waren, können Sie die Sache einfach vergessen.“

Er verbeugte sich noch einmal und ging mit einem Lächeln im Gesicht seines Weges.

(Quelle: Zeit zu leben.)

Das Opfer schreit nach Schlägen …

Wer sich in seinem Unternehmen bewusst oder unbewusst wie ein Opfer verhält, darf sich nicht wundern, wenn er – bewusst oder unbewusst – wie ein Opfer behandelt, also „geschlagen“ wird. Denken Sie darüber nach, inwieweit Sie in einer „Opfer-Rolle“ kommunizieren. Opfer rechtfertigen sich, Opfer sind beleidigt, Opfer nehmen übel, Opfer sind verstimmt, Opfer reden negativ, Opfer wissen oft, warum etwas nicht geht, Opfer solidarisieren sich gern mit anderen Opfern, Opfer entschuldigen sich oft, Opfer sind eher passiv, Opfer kleben Rabattmarken. Sind Sie ein Opfer, möchten aber ein besseres Betriebsklima? Dann ändern Sie ihr Verhalten!

Das Betriebsklima verbessern: So geht’s!

Wer sich aktiv für eine Verbesserung des Betriebsklimas entscheidet, kann selbst dafür am meisten tun und kommt mit diesen 9 Tipps weiter:

  1. Fühle Dich nicht angegriffen und greife nicht an. Der Kluge gewinnt, in dem er keinen Krieg führt!
  2. Die Suche nach dem Schuldigen bringt kaum nützliche Lösungen.
  3. Sei kein Opfer, klebe keine „Rabattmarken“ und verlange nicht von anderen, dass sie Dich verstehen.
  4. Sei sparsam mit negativer Kritik. Frage Dich, wofür Du Dein Gegenüber ehrlich wertschätzen kannst und zeige ihm Deine Wertschätzung.
  5. Interessiere Dich für die Herausforderungen und Probleme Deiner Kollegen. Höre ihnen zu – aber hilf‘ Ihnen nicht oder nur mit einem Tipp zur Selbsthilfe. Spiele nicht den „Retter“.
  6. Rede nicht über Kollegen, sondern mit Ihnen. Suche Fakten und keine Vermutungen. Interpretiere Situationen nicht negativ und handle nicht aus negativen Emotionen heraus. Gib direkte Feedbacks in der ICH-Form: „Ich nehme wahr …“
  7. Gib Informationen ohne Rück- oder Vorbehalt weiter.
  8. Respektiere die Meinung des anderen, auch wenn Du sie nicht teilst. Kritisiere die Sache, nicht die Person.
  9. Vertraue Deinen Kollegen bzw. gib Ihnen einen Vertrauensvorschuss. Sei selbst ehrlich, klar, offen und berechenbar.

Der Autor Volker Skibbe ist Kommunikationstrainer und Personal-Coach. Seit knapp 20 Jahren begleitet er erfolgreiche Unternehmen mit Coachings und Trainings… Sie erreichen ihn per Mail unter: coach@field-coach.de

Prokrastination

Prokrastination? Erfahren Sie hier mehr:

  1. Prokrastination – warum ist sie grundsätzlich gut?

  2. 7 gute Tipps gegen die gefährliche Aufschieberitis

Prokrastination – warum ist es gut, dass es sie gibt?

Prokrastination bedeutet schlicht das bewusste Aufschieben von Aufgaben. Solange die anstehende Aufgabe für uns nicht akut überlebens-„wichtig“ ist, neigen Menschen dazu, diese Aufgabe eben nicht zu erledigen, sondern sie aufzuschieben. Das heißt natürlich nicht automatisch, dass wir faul sind und es bedeutet auch nicht, dass die aufgeschobenen Aufgaben immer unangenehm sein müssen. Es ist fast schon eine natürliche Reaktion: Warum sollten wir Dinge tun, die unsere Energie vergeuden und uns augenblicklich keinen erkennbaren Nutzen bringen? Das Leben kann durch Prokrastination deutlich einfacher werden. Ist es Ihnen schon einmal passiert, dass sich Aufgaben und Herausforderungen durch’s Nichtstun „aussitzen“ ließen? Haben sich bei Ihnen „Probleme“ auch schon von selbst positiv gelöst? Manchmal ist es sogar äußerst hilfreich, zu „prokrastinieren“, also Aufgaben, die nicht eine akute Handlung benötigen, um uns oder unsere Lieben vor der „bösen Außenwelt“ zu schützen, aufzuschieben.

Im Hausgebrauch sagt man zur Prokrastination auch „Aufschieberitis“.

Solange Sie keine schlechten Erfahrungen mit Prokrastination gemacht haben, tun sie es weiter. Reden Sie sich dabei nur kein schlechtes Gewissen ein: „Eigentlich sollte ich ja jetzt…“ Stehen Sie dazu, dass Sie unwichtige Dinge liegen lassen, auf später verschieben oder gar nicht mehr machen. Das ist eine gute Grundlage, um bewusst „NEIN“ sagen zu können.

Problematisch wird die „Aufschieberitis“ nur dann, wenn es Sie, Ihre Mitmenschen, Ihren Arbeitsalltag und letztlich Ihr Leben nachhaltig negativ beeinflusst. „Eigentlich wollte ich heute den Rasen mähen oder das Zimmer aufräumen“. Diese Aufgaben lassen sich herrlich prokrastinieren, da der Rasen morgen immer noch gemäht werden kann und das unordentliche Zimmer auch noch ein paar Tage auf den Aufräumer wartet. „Eigentlich hätte ich heute ein Bewerbungsgespräch, einen wichtigen Arzttermin oder ein Gespräch mit meinem Coach :-)“ – wer so etwas aufschiebt, lebt in der Gefahr, sein Leben nachhaltig zu verschlechtern.

Ob Prokrastination für uns schädlich ist, oder nicht, liegt also immer auch an der Wichtigkeit der Aufgaben, die wir aufschieben.

Prokrastination – und was dagegen hilft

Während das geplante Aufschieben von Aufgaben durchaus sinnvoll sein kann (egal aus welchem Grund), ist das Flüchten in andere, möglicherweise zweitrangige oder weniger wichtige Aufgabenbereiche gefährlich. Wer eine Aufgabe aufschiebt, weil er Angst vor ihr hat, sollte sich stets vergegenwärtigen:

„Nur da, wo die Angst ist, ist auch der Erfolg!“

Jeder, der ein Erfolgserlebnis und das damit verbundene, positive Gefühl hatte, kann für sich feststellen: „Die getane Arbeit erzeugt nur ein echtes Erfolgsgefühl, wenn ich vorher Angst vor ihr gehabt habe!“ Nun ist das Wort Angst vielleicht für manche zu extrem oder hart ausgedrückt. Es lässt sich auch durch „Unwohlsein“, „Unlust“ oder „Vorbehalte“ ersetzen. Aber zur Sicherheit folgt hier noch einmal die Feststellung: Ein wirkliches Erfolgserlebnis stellt sich nur ein, wenn ich vorher Angst bzw. Respekt (o.ä.) vor der Erfüllung der Aufgabe hatte! Anders ausgedrückt: Meine Tendenz zur Prokrastination sorgt letztlich auch für viele positive Erfolgsgefühle – aber nur, wenn ich mich erfolgreich überwunden habe.

Prokrastination ist gut, wenn Sie die richtigen Dinge richtig aufschieben!
Prokrastination ist gut, wenn Sie die richtigen Dinge richtig aufschieben!

7 Tipps gegen Aufschieberitis

Gesunde Prokrastination sorgt für ein entspannteres Leben. Wer es allerdings übertreibt, dem helfen diese 7 Tipps:

  1. Machen Sie eine To do-Liste für den Tag

    Wenn Sie Ihren Tag am Abend vorher planen, die wichtigen Arbeiten auf einer To-Do-Liste notieren und diese sukzessive abarbeiten, überlisten Sie ihren inneren Schweinehunde. Und abends die erledigten Dinge durchzustreichen sorgt für weitere Motivation.

  2. Bestrafen Sie sich selbst

    Sollte es am Ende des Tages noch unerledigte Dinge geben, die Sie unnötig aufgeschoben haben, zahlen Sie z.B. eine Geldstrafe an sich selbst. Die Bestrafung sollte Ihnen weh tun – es ist aber nicht das Ziel, das Sparschwein zu füllen. Wenn Sie für sich andere, bessere Strafen für Ihren bewussten Schlendrian festlegen, ist das natürlich auch in Ordnung.

  3. Zerlegen Sie große Aufgaben in kleine

    Eigentlich ist es ja klar: Rom wurde nicht an einem Tag erbaut. Große Aufgaben dürfen also gern in kleine Häppchen zerlegt werden. Kontrollieren Sie die Erreichung dieser kleinen Aufgaben genau.

  4. Setzen Sie sich nur Ziele, die sie selbst erreichen können

    Bei der Planung und Erreichung der einzelnen Aufgaben sind wir manchmal abhängig von Kollegen, Chefs und Dienstleistern. Benutzen Sie diese nicht als Ausrede für Ihre nicht erreichten Tagesziele! Dementsprechend sollten Sie die Ziele aber auch so formulieren, das andere Menschen möglichst wenig Einfluss auf die Erreichung haben. „Der andere ist Schuld“ ist eine nicht erlaubte Ausrede!

  5. Fangen Sie gleich an

    Menschen, die eher dazu neigen, Dinge aufzuschieben, sollten sich selbst gar keine Gelegenheit dazu geben. „Sofort anfangen“, „sofort starten“, „sofort umsetzen“ muss die Devise heißen und die sorgt dafür, dass Aufschieberitis keine Chance mehr hat.

  6. Möglichst kein Multi-Tasking

    Es ist ja bewundernswert, wenn Menschen anscheinend viele Dinge gleichzeitig machen können. Neue Studien dazu belegen, dass wir wohl tatsächlich die Dinge nicht gleichzeitig, sondern nur in immer kürzeren Zeitabständen hintereinander machen. Ein „gleichzeitig“ soll also gar nicht möglich sein. Nichts desto trotz lassen sich Menschen mit dem Hang zur Prokrastination gern ablenken. Und Multi-Tasking birgt die große Gefahr der Ablenkung. Konzentrieren Sie sich also auf eine Sache und machen Sie nur diese – wenn möglich, bis zum Ende.

  7. Tun Sie sich selbst etwas Gutes

    Menschen, die Dinge aufschieben, tun dies ja meist, weil sie gerade keine Lust dazu haben. Wenn Sie Ihren Schweinehund überwinden konnten und die Dinge erledigt haben, dürfen Sie sich gern dafür belohnen. Und schon im Vorwege lässt sich vielleicht manche Tätigkeit angenehmer gestalten: Höre ich dabei meine Lieblingsmusik oder trinke ich eine gute Tasse Tee? Überlegen Sie einfach für sich selbst, wie sie die scheinbar unangenehme Arbeit angenehmer gestalten können. Dann wird sie ihnen leichter fallen und besser, schneller oder überhaupt erledigt werden.

Mehr über Prokrastination finden Sie auch bei Wikipedia. Wenn Sie Fragen zur Prokrastination und den Umgang damit haben, schicken Sie uns gern ein Mail. Gern geben wir Ihnen auch Tipps zum cleveren Aufgaben-Management. Als Führungskraft laden wir Sie gern zu unseren Seminaren „Führung-Aufgabenmanagement“ ein.

Burnout – in nur noch 72 Stunden!

Burnout – der Schuldige ist schnell gefunden!

„Seit dem ich hier arbeiten muss, gar keine mehr!“ ist die oft gehörte Antwort mancher Teilnehmer unserer Trainings auf die Frage nach ihren Hobbies. Zunächst ist hier also gar nicht die Rede von Burnout. Und diese Antwort lässt sich sowohl provozierend, als auch als Hilfeschrei interpretieren. Ich lasse sie heute erst einmal so stehen. Aber dann wird in der Pause weiter diskutiert – über steigende Anforderungen am Arbeitsplatz, zunehmender Konkurrenzkampf, den „unfähigen“ Chef und die daraus resultierende schlechte Stimmung. Der Stress am Arbeitsplatz würde immer größer.

Kein Wunder, wenn Burnouts, also das sich ausgebrannt fühlen, und manche andere, anerkannte psychische Erkrankung deutlich zunehmen. Der Schuldige ist scheinbar ebenso schnell gefunden. Es ist der unmenschliche Arbeitgeber, die Firma, der Chef und Vorgesetzte und seine Forderungen und Ziele, mit denen er die Mitarbeiter traktiert.

Entsteht ein Burnout nur durch Arbeit?

Nur, auch Wikipedia weiß: Das Burnout-Syndrom ist nicht als Krankheit anerkannt, sondern ein Problem der Lebensbewältigung. Und die Betonung liegt hier auf „Leben“ und nicht auf „Arbeit“. In dieselbe Richtung bewegt sich ein weiterer, gern missverstandener Begriff: Die „Work-Life-Balance“! Kurzsichtige betrachten hier das Verhältnis zwischen Sklaverei und Freizeitspaß. Also – „Wie viel Zeit verschwende ich, weil ich ja zur Arbeit gehen muss?“ und „Wie viel Zeit bleibt mir, um die schönen Dinge des Lebens zu tun?“ Die Menschen gehen dabei davon aus, das „Work“ etwas anderes sei, als „Life“. Also Arbeit gehöre nicht zum Leben, und deshalb müsse dort etwas ausbalanciert werden. Arbeit ist meist zuviel da und Leben immer zu wenig! Diese Sichtweise nenne ich eher einen Work-Life-Bullshit!

Entspannung ist das Mittel gegen Burnout.
Entspannung ist ein wichtiges Mittel gegen Burnout.

Keineswegs leugnen lässt sich, dass stressbedingte Krankheiten zunehmen. Stress – wie immer wir ihn auch definieren – gilt vielfach letztendlich als Auslöser für Unwohlsein, Unzufriedenheit und Krankheit. Nehmen wir doch jetzt einfach mal an, dass Stress – ähnlich wie ein Burnout – ein Problem der Lebensbewältigung sei! Was würde das konkret bedeuten?

Die Zeit ist wohl am gerechtesten verteilt!

Unsere uns zur Verfügung stehende (Lebens-) Zeit ist das vielleicht am gerechtesten verteilte Gut auf dieser Welt. Dem Klugen und dem Dummen, dem Schnellen und dem Langsamen, dem Jungen und dem Alten – allen stehen genau 24 Stunden täglich zur Verfügung. In der Woche sind das 168 Stunden. Davon sollten wir pro Tag ca. 8 Stunden schlafen, um gesund zu bleiben, das sind 56 Stunden. Es bleiben also 112 Stunden „wache“ Zeit. Bei einer, sagen wir mal, 40 Stunden Woche, haben wir also immer noch 72 Stunden für die freie Gestaltung der Zeit übrig. Anders betrachtet: Wir haben fast doppelt soviel Freizeit, wie Arbeitszeit. Es bleiben uns also 72 Stunden, dem Burnout zu entgehen.

Macht uns die Freizeit krank?

Kann aller Arbeitsstress wirklich so groß sein, einen Menschen krank zu machen? Ist der Stress im Beruf der einzige Grund für die deutliche Zunahme „berufsbedingter“ Krankheiten? Oder ist es eher der eigene, bewusst oder unbewusst verantwortungslose Umgang mit seiner großen Freizeit? Für viele Menschen – nicht nur Gewerkschaften und Verbände – ist es leicht, dem Arbeitgeber alle Schuld in die Schuhe zu schieben. Und es ist schon gar nicht opportun den Betroffenen selbst und seine eigene Unfähigkeit, die Freizeit und Freiheit zu gestalten, als Grund auszumachen. Aber vor diesem Hintergrund würde die manchmal geforderte Verringerung der Wochenarbeitszeit eher zu noch mehr Stress führen. Vielleicht sollte daher die Arbeitszeit angehoben werden, z.B. auf 45 Stunden? Die so belastende Arbeit würde auf 5 Stunden mehr pro Woche verteilt. Das würde dann für manche Arbeitnehmer rund eine Stunde weniger Stress pro Tag bedeuten!

Weniger Stress durch längere Arbeitszeiten?

Was sich hier ironisch anhören mag, ist durchaus ernst gemeint! Wer seine Freizeit wesentlich damit verbringt, im Internet zu surfen, ständig am Handy oder Tablett-PC für Telefonate, SMS, WhatsApp oder E-Mails erreichbar zu sein, auf z.B. Facebook oder Twitter „social networkt“, am PC oder der Gamekonsole spielt, sich vom Fernsehprogramm berieseln lässt oder sonst wie „abhängt“, kann sich nicht erholen bzw. stresst sich selbst noch zusätzlich.

Und ja – die Belastungen am Arbeitsplatz sind gestiegen. Die Belastungen in der Freizeit aber auch. Vielleicht ist der Freizeitstress sogar noch deutlicher ausgeprägt, weil subtiler und unbewusster, als allgemein vermutet wird. Aber welche Belastung ist wohl schneller und leichter reduzier- oder veränderbar: Die des Arbeitsplatzes, die ja nur rund 1/3 der zur Verfügung stehenden, wachen Zeit ausmacht oder der eigene Freizeitstress, der immerhin rein rechnerisch 2/3 der Zeit in Anspruch nimmt?

Volker Skibbe

Der Author ist Trainer und Coach von Führungskräften und Mitarbeitern namhafter Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Sie erreichen ihn unter coach@field-coach.de

Chef Sprüche – muss ein Chef immer hart und unfair sein?

Für die meisten Führungskräfte ist die eigene Karriere sehr wichtig. Sei es die Macht, der Status oder das Gehalt, das eine Führungskraft antreibt – meist hat sie, neben ihren alltäglichen Aufgaben und Herausforderungen, immer auch ihre Karriere im Blick. Erfolgreich ist nur, wer aufsteigt. Das schnelle Erklimmen der Hierarchien des Unternehmens wird zur Messlatte des eigenen Erfolgs und viel zu oft hat dies leider auch negative Auswirkungen auf das Ego und damit das eigene, unbewusste Verhalten. Nur nebenbei: So manches Hamsterrad, in dem sich eine Führungskraft aktuell bewegt, schaut von innen einer Karriereleiter sehr ähnlich… :-).

Chef Sprüche – brauchen nur „Intriganten und Drückeberger“?

Doch wer als Führungskraft glaubt, in einem Haifischbecken zu schwimmen, muss sich selbst noch lange nicht wie ein Haifisch verhalten. Es gibt andere Rollen und Strategien für ein erfolgreiches Miteinander und Vorankommen, ohne selbst ein „Intrigant oder Schwein“ zu sein oder genau das Gegenteil, also etwa als „Drückeberger und Speichellecker“ zu gelten. Kluges und wirkungsvolles, cleveres Verhalten innerhalb eines Unternehmens ist erlernbar – oftmals reicht schon der Einsatz des gesunden Menschenverstandes. Faktenorientiertes Verhalten ist enorm hilfreich – und nicht aus negativen Emotionen heraus handeln. „Wer sich über andere ärgert, ärgert sich letztlich doch nur über sich selbst,“ so Unternehmercoach Volker Skibbe. „Wer es für sich selbst schafft, diese Einsicht zu erlangen, hat die besten Voraussetzungen, stets ideale Kommunikationswege zu gehen.“

Chef Sprüche – sind weder hart, noch laut, noch unfair!

Oftmals scheint es so zu sein, als ob genau die Menschen erfolgreicher seien, die sich beim Chef besser darstellen, anderen die Ideen klauen oder die eigene Arbeit auf andere abwälzen. Hinzu kommen noch vermeintliche „Schikanen“ dieser Mitmenschen, die nicht selten im Mobbing enden. Die Initiative „Neue Qualität der Arbeit“ hat in ihrem aktuellen Mobbing-Report festgestellt, dass jeder zehnte Arbeitnehmer im Norden davon betroffen sein soll. Manche Coaches raten hier, Feuer mit Feuer zu bekämpfen: „Schlägst Du mich, schlag ich Dich!“ Das endet dann meist in einer sehr konfliktbelasteten Kommunikation, in der nur noch gilt: „Ober sticht unter“.

Chef Sprüche – Durchsetzungsfähigkeit ohne Ellenbogentaktiken!

In seinen Führungstrainings spricht der Hamburger Unternehmer-Coach Volker Skibbe von ganz bewusst wählbaren Rollen in der Kommunikation. Führungskräfte können sich bewusst entscheiden, ob sie auf der hellen Seite der (Führungs)-Macht oder auf der Dunklen stehen wollen. „Natürlich ist auch ein Darth Vader in seiner Führung erfolgreich“, so Coach Volker Skibbe, „aber wer will schon gern auf einem Raumschiff der dunklen Seite der Macht arbeiten, wenn er die helle Seite kennengelernt hat?“ Wer mehr über Durchsetzungsfähigkeit als Führungskraft erfahren will, schaut sich im aktuellen E-Book: Achtung Führungsfallen! Die 5 fatalen Fehler einer Führungskraft! um.

Chef Sprüche – guter Führungsstil ist lernbar.

Gute Führung  und cleveres Führungsverhalten ist genauso erlernbar, wie jede andere Fähigkeit oder jeder Beruf. Es gibt klare Führungsinstrumente, die jeder Führungskraft helfen, ihren Weg erfolgreich zu gehen. Wer sich im Job durchsetzen will, muss deswegen also noch lange kein Schwein sein. Hartes und unfaires Verhalten von Mitarbeitern und Vorgesetzten trägt auch nicht gerade dazu bei, die oben festgestellten Zahlen der Mobbing-Opfer zu verringern. „Wenngleich ich solche Zahlen eher vorsichtig betrachte“, sagt Unternehmer-Coach Volker Skibbe. „Zum Mobben bzw. gemobbt werden gehören immer zwei!“

Wenn Sie mehr wissen wollen, schreiben sie uns ein Mail an: info@field-coach.de

Führung – die unendliche Geschichte

Führungskräfte werden mit diversen Ratschlägen, Coachings und Tipps für gute Führung überhäuft. Wir von Field-Coaching wollen kein neuer Ratgeber für gute Führungstheorien sein. Sowohl Führungskräften als auch den „Geführten“ bieten wir jedoch zahlreiche Ansätze zur Reflexion der Beziehungen zwischen Führungskraft und Mitarbeiter. Besonders in den heutigen Zeiten des schnellen Wandels ist eine gute Führung der Garant für die Schaffung einer positiven Vertrauenskultur im Unternehmen und damit die Grundlage für den ökonomischen Erfolg!

„Die wahre Führungskraft braucht nicht zu führen –
sie ist zufrieden, den Weg zu zeigen.“
Henry Miller

Neues E-Book: Die 5 fatalen Fehler einer Führungskraft

Achtung Führungsfallen! Die 5 fatalen Fehler einer Führungskraft heisst das neue E-Book, das Coach und Trainer Volker Skibbe gerade fertig gestellt hat und das in Kürze in den klassischen E-Book-Stores erhältlich sein wird. Wer jetzt schon mal hinein schnuppern möchte, sichert sich seine Leseprobe auf dieser Seite. Es ist sowohl an junge, neue Führungskräfte, als auch an die „alten Hasen“ gerichtet, da „…die meisten der erkannten Führungsfehler eher unterbewusst passierten, als solche zunächst oberflächlich betrachtet gar nicht erkannt würden oder sogar als Handlungsanweisungen in manchen Führungsseminaren empfohlen würden“, sagt Coach Volker Skibbe.

E-Book: Achtung: Führungs-Fallen! Die 5 fatalen Fehler einer Führungskraft.

Gespickt mit vielen Praxisbeispielen aus seiner über 15jährigen Trainertätigkeit und viel Humor werden klassische Führungssichtweisen beleuchtet, infrage gestellt und sogar Brücken zur Kindererziehung geschlagen. „Mitarbeiterführung ist manchmal tatsächlich wie im Kindergarten“, sagt Volker Skibbe, „und so ist es durchaus erlaubt, bei der Erziehung der eigenen Kinder Anleihen auf dem weiten Feld der Manager-Ausbildung zu machen – und natürlich auch andersherum.“